Urbeleskarspitze

18. August 2019, Allgäuer Alpen.

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Keine leichte aber in meiner Erinnerung nachhaltigbeeindruckende Tour
• Mein erstes Gipfelerlebnis mit Steinschlaghelm 
 
Noch recht müde am frühen Morgen schaukelt uns Adolf Xeller mit seinem VW zum Ausgangsort am Ende von Hinterhornbach , wir queren die Holzbrücke über den Hornbach und parken daneben für einen freiwilligen Obulus.
Zunächst passieren wir das Gatter einer Weide und bergauf den bewaldeten Nordhang der Hornbachkette, unterbrochen durch 4 maliges überschreiten einer neuen Forststraße. Im 2 stündigen Anstieg markieren in teils 500 Hm-Schritten beschilderte Bänke die Höhenmarken und auf denen wir manchmal die gegenüberliegende Hochfläche des Großen Wilden, den majestätisch aufragenden Hochvogel und die zerklüftete Dolomit-Roßzahngruppe anstaunen. Dabei folgen wir dem Pfad zum Kaufbeurer Haus, auf 2007 m, das derzeit renoviert und für ÜN weder geöffnet noch bewartet wird.
Bei unsrer ersten Vesper, gekrönt mit frischem vorort gezapftem Quellwasser genießen wir schon ausgiebig im naturwilden Urbeleskar den Blick auf Urbeleskarspitze, Bretterspitze und Gliegerkarspitze. Wir folgen zunächst dem Pfad auf die Bretterspitze und nehmen den Weg über das Geröllfeld, unsere Stöcke lassen wir am Helmut-Schmidt-Kreuz zurück und erobern dank der roten Markierungen und Steinmännchen Tritt für Tritt unter fachkundiger Anleitung von Adolf Xeller langsam den schroffen Berg mit Händen und Füßen. Mein ungeübtes Auge verirrt sich immer wieder in den bröckeligen Steilstufen ,ständig fragen wir uns:“ wo geht es weiter“.   Ca 14:20  Uhr erreichen wir das Gipfelkreuz am Westgipfel und ich sehe, dass der Ostgipfel noch höher ist. Der Blick hinüber ist mir genug, weiter hinten steht die Zugspitze klar zu sehen mit ihren Gipfelaufbauten und über schneebedeckte Gipfel blicken wir Richtung Süden. Adolf trägt uns 4 vom DAV BC in das 20 Jahre fassende dicke Gipfelbuch ein, wir tafeln aus unseren Rucksäcken und die Sonne brennt!
Der Abstieg ist ein respekteinflößendes Unterfangen, nur kein Blick nach unten, immer schön die 3 Punkt-Regel und Ruhe bewahren. Es dauert unendlich lange, ich erbitte eine kurze Verschnaufpause, Trinken hält das Hirn klar. Das Geröll ist locker, es knirscht und jeder Tritt bietet dieses Geräusch - und die Helme bewähren sich.
Wir brauchen und nehmen uns Zeit!! Später staune ich, dass der von weitem recht steile massive Felsberg uns gnädig , insbesondere mich, aufgenommen und wieder losgelassen hat.
Über die langgezogene steinige Geröllzunge gleiten die müden zum Glück noch trittsicheren Füße abwärts, Auftanken zum Schlußspurt an der Quelle neben dem Kaufbeurer Haus und mit unverminderter Konzentration passieren wir zunehmend schweigsam die immer „niedriger“ stehenden Bänke. Gegen 22:30 Uhr zurück am Parkplatz in BC behindert doch tatsächlich ein Gewitterguss unser Umsteigen ins eigene Gefährt – Alle denken nur noch ans Duschen und den Wunsch, die müden Glieder zu strecken.
Danke an  Adolf, dass du mir und uns diesen Horizont heute geschenkt hast!

Autor: Christa Bolle