Finale Ligure Ostern 2018

01. April 2018 - 07. April 2018, Finale, Italien.

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Eine kleine Gruppe Klettergallier fand sich in Biberach zusammen und suchte auf Grund des turbulenten Aprilwetters den Kletterdom in ihrem kleinen gallischen Dorf auf. Voller Enttäuschung sind sie aber nur auf eine grüne Blumenwiese gestoßen. In der Not und nahe der Verzweiflung kontaktierten sie ihre Topropevorsteiger aus Freiburg, welche sich Richtung Süden aufgemacht hatten. Mit neuem Mut und Elan tetrisierten sie ihr Gepäck in Autos und Hänger und düsten nachts schnell wie der Wind, mit 90 Kilometer in der Stunde, über verlassenen Römerstraßen gen Italien und trafen in Le Manie, einem Dorf voller Zelte und Lagerfeuer, zusammen. Die beachtliche Gruppe, 23 an der Zahl, befestigte so gleich ihre nächtlichen Behausungen und machte sich anschließend auf zum Klettern an den Rocca di Corno. Spät am Abend stellten sie fest, dass sie noch hungrige Mäuler stopfen mussten und gingen deshalb auf Wildschweinjagd. Dies war den Blattgrünfanatikern aber nicht bekömmlich, deshalb entschied sich die Gruppe für vegetarische Maultaschen. Der nächste Tag stand sehr im Zeichen des grauen Stars, graue Wolken, graue Felsen und graue Luft. Nach einem sehr bekömmlichen Frühstück mit veganen Pfannenkuchen ging es anschließend an den Monte Cucco. Nach den spirituellen Aufwärmübungen setze Nieselregen ein, der stündlich an Intensität zu nahm und abends mit sintflutartigen Ergüssen nicht endete. Einige wurden schwach und konnten der Versuchung, in Finalborgo einige Goldtaler liegen zulassen, nicht wiederstehen. Von Motivation nur so strotzend statteten die Verbliebenen dem Antfiteatro einen Besuch ab, bis auch dort das weiße Zauberpulver keine Wirkung mehr zeigte. Am darauffolgenden Tag begaben sich vier unschlagbare Gallier auf eine schwierige Mission. Sie irrten viele Stunden, vom Wahnsinn getrieben und von wilden Raubkatzen gejagt, durch die undurchdringliche Macchia Italiens, bis sie die Runen richtig deuteten und sich zum Regenklettereldorado begaben. Unterdessen erforschte der Großteil der Gruppe alte verlassene Siedlungen, schlug sich durch den tiefsten Dschungel, den gefährlichsten Canyon und erreichte über alte verlassene Römerbrücken den Gipfel am Rocca di Corno und genoss, mit Doppelkeksen und Schokolade, die Aussicht auf das ligurische Meer. Julius Caesar meinte es gut mit uns und erhellte den nächsten Tag mit strahlendem Sonnenschein und verwandelte so manche Qual der vergangenen Nächte in Sonnenbrand. Unsere Späher kundschafteten im sagenumwogenen Oltrefinale einen Felsendom, mit frohlockendem Namen Santa Lucia, aus und an diesem heiligen Ort begegneten wir nun endlich Asterix (6b), Obelix (6a+) und Idefix (6a). Nach zahlreichen Begehungen und dem Exitus der Klettersandalen nahe, begaben sich die mutigen Helden in die eisigen Fluten des ligurischen Meeres, nichts ahnend, von der teuflischen Gemeinheit eines einzelnen Sandkorns. Abends saß die Gruppe gemütlich, genüsslich Zaubertrank schlurfend, am Lagerfeuer und hörte den Klängen Trubadix´s Gitarre zu, bis die Lider schwer wurden. Am letzten Tag machte sich die Gruppe auf die Suche nach Cordon Bleu, einem messerscharfen, fingerschlitzendem Felsmassivs, was den Blattgrünfanatikern ebenfalls nicht ganz bekömmlich war. Nach stundenlangem brutzeln der sengenden Sonne auf dem Präsentierteller suchte die Gruppe wieder Abkühlung in den eisigen Fluten. Nach einer Woche vieler Kletterhöhenmeter begruben die tollkühnen Gallier ihre Klappzelte und machten sich glücklich und zufrieden wieder in Richtung Heimat auf.

Autor: Christoph Egger