Sagra dei Crotti

07. September 2018 - 09. September 2018, Chiavenna.

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Sagra dei Crotti, das legendäre Weinfest von Chiavenna in den geöffneten Felsenkellern des historischen
Ortskern, hatte wohl den gleichen Anteil am Interesse dieses Ausflugs wie die bekannt tollen Kletterrouten
in der Umgebung dieser schönen Kleinstadt im Norden der Lombardei.
UNDICI, das waren wir 11 Sektionsmitglieder, die am Freitag anreisten, teils schon vormittags um noch klettern zu können, teils erst am Nachmittag, um sich ganz entspannt auf den Abend vorzubereiten. Unser Basislager war der herrlich gelegene Campingplatz in Borgonuovo, in Sichtweite der bekannten Wasserfälle von Aquafraggia, wo wir mit unseren Bussen und Zelten eine eigene Parzelle belegt hatten.
Der Wettergott meinte es gut mit uns, es war trocken und warm, Samstag und Sonntag sogar sehr sonnig
und in den Südwänden schon fast heiß.
Zu Fuss, wer will schon fahren beim Weinfest, gings am Abend los vom Campingplatz, ca. 3km bis in die Stadt, auf einem abseits liegenden Weg. Holger wusste schon die erste Grotto, die man nicht auslassen darf, er hatte vom letzten Besuch dort noch eine unvergesslich gute Wurst im Hinterkopf. Diese und viele andere Spezialitäten, dazu der Hauswein der Gastgeber, konnten den ersten Hunger grad so leidlich stillen und nach einer Stunde ging es weiter. Die zweite Grotto bot dann eine spektakuläre Felswand, die der eine oder andere am Liebsten gleich geklettert hätte, dazu eine in einem Felsenkeller untergebrachte Küche.
Nach einem kurzen Bummel über den Rummel ging es dann auf den „Berg“ über zahlreiche (Biber-) Stäffele,
die uns wieder durstig und hungrig machten. Also nochmals eine Runde Wein und Essen und in guter Stimmung ging es nach Mitternacht auf den Nachhauseweg.
Samstag morgen starteten Verena und Sebastian schon sehr früh zu den Kletterfelsen von Gallivaggio am
Splügenpass, wo es für jedes Kletterkönnen tolle Routen auf sehr schönem Fels gibt. Wir Anderen frühstückten zuerst mal ausgiebig, dann starteten Michael und Hubert ebenfalls nach Gallivaggio, Tobias und Holger zum Perone oberhalb davon (sehr schwer), später noch im Klettergarten Scilano (auch schwer), Hans-Peter und Ronny hatten die Mountainbikes dabei und sich eine interessante Tour oberhalb des Lago di Mezzola ausgesucht, Marianne und Manfred suchten den Hausklettergarten neben dem Wasserfall, Boiler, auf, ebenfalls eine ganz spezielle Wand, sehr steil, sehr henklig, einfach toll zum steigen und Ivonne ging in die Stadt zu einem Bummel. So konnte jeder nach Lust und Laune tagsüber machen was man wollte.
Unsere letzte Berggrotto vom Vortag war heute der klare Favorit, da es dort das beste Essen gab, der Gewinn an eine Partnerschule in Südamerika ging, und somit Essen und Trinken für einen guten Zweck auch für ein gutes Gewissen sorgte. Eine andere Grotto fungierte als Kunstausstellung und man konnte die diversen Luftkanäle besichtigen, die für eine konstante Jahrestemperatur von 8 Grad in der Höhle sorgte und somit ein als natürlicher Kühlschrank schon seit Jahrhunderten fungierte, in dem man problemlos Käse, Wurst, Fleisch und sonstige Lebensmittel aufbewahren konnte und diese Möglichkeiten ebenfalls zum Wohlstand der Stadt in früheren Zeiten beitrugen.
Am Sonntag war wieder langes Frühstück angesagt und Holger ging nochmals mit Tobias in den Klettergarten von Aquafraggio während Marianne und Manfred die neue Route MammaMia von unserem
Gastgeber und Campingplatzbesitzer Guido Lisignoli kletterten.Die anderen Teilnehmer machten sich nach und nach auf den Nachhauseweg mit der Gewissheit, dass dieser Testlauf mit der Kombination Kultur und Freizeit nach Wiederholung im Folgejahr schreit.

Autor: Manfred Mayer