Bergrettung Koblach

25. Juni 2017, Koblach.

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Das tiefdunkle Blau im Regenradar für die Vorarlberger Rheinebene verhieß nichts Gutes, als wir in Biberach losfuhren, doch der Wetterbericht versprach Besserung in gut einer Stunde also genau die Zeit, die wir bis nach Koblach brauchen würden. Nun ja, in der Tat wurde der Regen weniger als wir am Klettergarten ankamen, mehr aber auch nicht und der Fels war natürlich auch noch klatsch nass. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und es bedarf wenig Überzeugungsarbeit und schon wurde der Tagesplan von einem Abschlussbiergarten zu einem Anfangskaffee umgestellt. Die Entscheidung war Goldwert, denn nur kurze Zeit später schüttete es aus Eimern, während wir ein Heißgetränk im Trockenen schlürften. Die Zeit ließ sich aber auch gut nutzen, um mit ersten Theorieeinlagen zum Thema Notruf, Unfallsicherung und Co zu beginnen. Und weil´s bei der zweiten Runde Kaffee immer noch nass war, begannen wir eben mit Trockenübungen - logisch oder? :-) Wahrscheinlich hielten uns die anderen Gäste für total bescheuert, aber wir fingen an, Seile auszupacken und ein vermeintlich Beinverletzter wurde in diversen Seilschlingen eingewickelt und von einer oder zwei Personen über die Terrasse geschleppt. Petrus hatte dann doch noch ein Einsehen und wir verlagerten unsere Wirkungsstätte endlich an den Fels, der super schnell abtrocknete. Unter gutmütigen Realbedingen - der Standplatz verfügte über genügend Platz, um bequem herum zu stehen - wurde von nun an ständig jemand am Seilhängend nach unten und wieder nach oben befördert. Nach vielen "Aufs" und "Abs" konnten wir dann ein Seil verlängern, wenn es uns beim Abseilen ausgehen sollte, jemanden Huckepack nach unten transportieren und per Expressflaschenzug oder loser Rolle wieder nach oben zerren. Natürlich durfte eine Runde Selbstrettung mit Prusikschlingen nicht fehlen und die Gardaklemme wurde auch noch schnell angerissen. Das ganze Programm schafften wir dann aufgrund der langen Regenpause leider doch nicht mehr, aber die wichtigsten Griffe und vor allem der Schleifknoten sollte nun bei allen sitzen.

Die Erkenntnisse des Tages aber waren, dass es der Sackstich, mit dem zwei Seile verbunden werden, doch tatsächlich relativ problemlos schafft, sich durch einen Halbmastwurf im Karabiner zu wurschteln und dass die Reibung bei einem Doppelseil den Expressflaschenzug zu einer extrem schweißtreibenden Angelegenheit macht. Die Mädels mit dem Einfachseil hatten hingegen keine Schwierigkeiten, selbst die Jungs nach oben zu befördern. Und last but not least, dass auch Schlechtwetter einen Vorteil hat: Am Tag vorher wären wir in der Felswand gegrillt worden, so war die Übungszeit zwar kürzer, dafür aber bei sehr angenehmen Temperaturen :-).

Besten Dank an Sandra, die uns all die Knoten, Griffe und Kniffe geduldig zeigte und solange üben ließ, bis es bei allen auch mit der eigenen Ausrüstung saß. In der Hoffnung, dass man das Gelernte nie wirklich anwenden muss, ist ein Wiederholungskurs zum Auffrischen in ein paar Jahren schon fest eingeplant.