Über uns

In der Hochtourengruppe versammeln sich Bergbegeisterte der verschiedensten Stilrichtungen. Das Alter ist ziemlich homogen zwischen 25 - 65 Jahren verteilt. Wir treffen uns einmal monatlich im DAV-Haus zur Tourenbesprechung, zum Erfahrunsaustausch und zum gemütlichen Plausch. Wer Interesse hat an anspruchsvollen Berg-, Ski-, Hoch- oder Klettertouren, an gemeinsamen Wanderungen oder wer neue Bergkameraden kennenlernen will, kann sich bei einem der Tourenführer melden oder einfach mal bei einem unserer Treffs vorbeischauen. Von einfachen Wanderungen über anspruchsvolle Bergtouren, Klettertouren (bis zum alpinen V. Schwierigkeitsgrad) bis zu grandiosen Hochtouren wird alles geboten.

Veranstaltungen

08. Dez. 18

20:00 - 24:00

Weihnachtsfeier

DAV Haus

Übungsleiter

Thomas Auer

FÜL Hochtouren

Leitung Hochtourengruppe
Tourenführer Klettern, Hochtouren

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Holger Geier

FÜL Hochtouren

Tourenführer Hochtouren, Klettern, Eisklettern

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Stefan Uhl

FÜL Hochtouren & Skitouren

Tourenführer Hochtouren, Klettern, Skitouren

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Sandra Freigang

FÜL Hochtouren

Tourenführerin Hochtouren, Klettern

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Michael Sonntag

Tourenleiter Hochtouren, Klettern, Ski(hoch)touren

Tourenführer Skibergsteigen, Hochtouren, Klettern

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Tim Bek

Trainer C Bergsteigen

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Berichte

Genuss-Hochtour aufs Vrenelisgärtli

20. Oktober 2018 - 21. Oktober 2018, Glarus / Glärnisch Hütte.

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Der Sage nach lebte einst ein furchterregender und erbarmungsloser Berggeist in den Bergen um Glarus. Dieser hatte eine wunderschöne Tochter namens Vreneli, welche er in einem von spitzen Felsen umzäunten Garten versteckte. Nachdem er seine Tochter in flagranti mit einem Jüngling erwischte, verwandelte er diese in einen Stein und der Garten wurde von Eis und Schnee überzogen.  Es heißt in der Sage, man könne Vreneli wieder zum leben erwecken, wenn man den richtigen Stein dreimal küsst.

An einem schönen Samstag machten wir uns zu Acht auf den Weg, um das Reich des Berggeistes in den Glarner Alpen zu erkunden. Die Bilder, die wir im Internet vom Vrenelisgrätli gesehen hatten, verhießen schroffe Felswände, schmale, schwindelerregende Grate und schneebedeckte Berge. Davon sahen wir aber erst einmal nichts als wir gegen 12 Uhr den Parkplatz am Klöntaler See erreichten, denn im Tal waberten dicke Nebelschwaben umher. Der Aufstieg zur Glärnisch Hütte (etwa 1200 Höhenmeter) führte uns zunächst auf einer Fahrstraße durch einen Wald. Mit jedem Höhenmeter wurde der Nebel lichter und als wir aus dem Wald heraustraten, präsentierte sich die Bergwelt des Glärnisch in voller Schönheit. Am Ende der Fahrstraße stiegen wir über einen schmalen, steilen Pfad weiter auf und erreichten die Hütte gegen 15 Uhr – genügend Zeit um den leckeren Kuchen zu verspeisen, ein Bierchen oder Panaché (Radler) zu genießen und ein Nickerchen in der warmen Sonne zu halten. Es war übrigens der letzte Tag der Saison, an dem die gemütliche Hütte geöffnet hatte und zum Abendbrot bekamen wir alle noch reichlich Nachschlag von dem köstlichen Essen.

Nach einer angenehmen Nacht (niemand hat geschnarcht) war am nächsten Morgen gegen 7 Uhr in der Morgendämmerung Abmarsch. Bis zum Gipfel des Vrenelisgärtli waren noch etwa 900 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg war zunächst steil und führte an hohen Felswänden vorbei, die die Herzen der Kletterer unter uns höherschlagen ließen. Schließlich erreichten wir den Gletscher. Der Anstieg war ab hier größtenteils relativ flach und es gab eigentlich keine nennenswert großen Gletscherspalten. In der Ferne erspähten wir einige Schneehühner.

Nach einem Firnfeld erwartete uns die Schlüsselstelle der heutigen Tour, eine etwa 40 Meter hohe, fast senkrechte Felswand, die es ab zu klettern galt. Die Wand war aber mit Drahtseilen und Eisenstiften gut gesichert und nach einer Abseilaktion gelangten wir alle sicher hinunter. Der weitere Weg führte über den schmalen Schwander Grat mit Blick auf den 2000 Meter tiefer liegenden Klöntaler See zur einen Seite und dem Tödi auf der anderen Seite. Um halb 12 erreichten wir den Gipfel vom Vrenelisgärtli und konnten das traumhafte Bergpanorama unter dem fast wolkenfreien Himmel genießen. Es wehte ein kalter Wind, aber zwischen den Felsen fanden wir geschützte Stellen um uns die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und den Ausblick zu bewundern.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch kurz in der Glärnisch Hütte ein, welche von den Hüttenwirten gerade winterfest gemacht wurde. Es standen trotzdem noch ein paar Stücken Kuchen für uns bereit und Christof ergatterte den letzten Rösti der Saison, auf den der Rest der Gruppe etwas neidvoll schaute. Bei beginnender Dämmerung und heraufziehenden Nebelschwaden erreichten wir gegen 18 Uhr wieder den Parkplatz und machten uns auf den Heimweg. Am Ende des Sees gab der Nebel noch einmal einen Blick auf den Schwander Grat und den Gipfel des Vrenelisgärtli frei – aus dieser Perspektive sah es aus, als würde es die 2000 Höhenmeter vom Gipfel einfach senkrecht hinunter gehen.

Den richtigen Stein, um Vreneli wieder zum Leben zu erwecken, hatten wir leider nicht gefunden, aber wir hatten trotzdem eine sehr schöne und abwechselungsfreie Hochtour, für die wir uns herzlich bei unserem Tourenführer Tim bedanken.

Autor: Stefanie Albrecht

Sagra dei Crotti

07. September 2018 - 09. September 2018, Chiavenna.

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Sagra dei Crotti, das legendäre Weinfest von Chiavenna in den geöffneten Felsenkellern des historischen
Ortskern, hatte wohl den gleichen Anteil am Interesse dieses Ausflugs wie die bekannt tollen Kletterrouten
in der Umgebung dieser schönen Kleinstadt im Norden der Lombardei.
UNDICI, das waren wir 11 Sektionsmitglieder, die am Freitag anreisten, teils schon vormittags um noch klettern zu können, teils erst am Nachmittag, um sich ganz entspannt auf den Abend vorzubereiten. Unser Basislager war der herrlich gelegene Campingplatz in Borgonuovo, in Sichtweite der bekannten Wasserfälle von Aquafraggia, wo wir mit unseren Bussen und Zelten eine eigene Parzelle belegt hatten.
Der Wettergott meinte es gut mit uns, es war trocken und warm, Samstag und Sonntag sogar sehr sonnig
und in den Südwänden schon fast heiß.
Zu Fuss, wer will schon fahren beim Weinfest, gings am Abend los vom Campingplatz, ca. 3km bis in die Stadt, auf einem abseits liegenden Weg. Holger wusste schon die erste Grotto, die man nicht auslassen darf, er hatte vom letzten Besuch dort noch eine unvergesslich gute Wurst im Hinterkopf. Diese und viele andere Spezialitäten, dazu der Hauswein der Gastgeber, konnten den ersten Hunger grad so leidlich stillen und nach einer Stunde ging es weiter. Die zweite Grotto bot dann eine spektakuläre Felswand, die der eine oder andere am Liebsten gleich geklettert hätte, dazu eine in einem Felsenkeller untergebrachte Küche.
Nach einem kurzen Bummel über den Rummel ging es dann auf den „Berg“ über zahlreiche (Biber-) Stäffele,
die uns wieder durstig und hungrig machten. Also nochmals eine Runde Wein und Essen und in guter Stimmung ging es nach Mitternacht auf den Nachhauseweg.
Samstag morgen starteten Verena und Sebastian schon sehr früh zu den Kletterfelsen von Gallivaggio am
Splügenpass, wo es für jedes Kletterkönnen tolle Routen auf sehr schönem Fels gibt. Wir Anderen frühstückten zuerst mal ausgiebig, dann starteten Michael und Hubert ebenfalls nach Gallivaggio, Tobias und Holger zum Perone oberhalb davon (sehr schwer), später noch im Klettergarten Scilano (auch schwer), Hans-Peter und Ronny hatten die Mountainbikes dabei und sich eine interessante Tour oberhalb des Lago di Mezzola ausgesucht, Marianne und Manfred suchten den Hausklettergarten neben dem Wasserfall, Boiler, auf, ebenfalls eine ganz spezielle Wand, sehr steil, sehr henklig, einfach toll zum steigen und Ivonne ging in die Stadt zu einem Bummel. So konnte jeder nach Lust und Laune tagsüber machen was man wollte.
Unsere letzte Berggrotto vom Vortag war heute der klare Favorit, da es dort das beste Essen gab, der Gewinn an eine Partnerschule in Südamerika ging, und somit Essen und Trinken für einen guten Zweck auch für ein gutes Gewissen sorgte. Eine andere Grotto fungierte als Kunstausstellung und man konnte die diversen Luftkanäle besichtigen, die für eine konstante Jahrestemperatur von 8 Grad in der Höhle sorgte und somit ein als natürlicher Kühlschrank schon seit Jahrhunderten fungierte, in dem man problemlos Käse, Wurst, Fleisch und sonstige Lebensmittel aufbewahren konnte und diese Möglichkeiten ebenfalls zum Wohlstand der Stadt in früheren Zeiten beitrugen.
Am Sonntag war wieder langes Frühstück angesagt und Holger ging nochmals mit Tobias in den Klettergarten von Aquafraggio während Marianne und Manfred die neue Route MammaMia von unserem
Gastgeber und Campingplatzbesitzer Guido Lisignoli kletterten.Die anderen Teilnehmer machten sich nach und nach auf den Nachhauseweg mit der Gewissheit, dass dieser Testlauf mit der Kombination Kultur und Freizeit nach Wiederholung im Folgejahr schreit.

Autor: Manfred Mayer

Gratklettern am Furkapass

10. Juli 2018 - 14. Juli 2018, Furkapass / Sidelenhütte.

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Bei gutem Wetter fuhren wir Mitte Juli das Rheintal aufwärts über den Oberalppass in die Urner Alpen. Wir waren zu sechst, geführt von Holger. Vom Furkapass stiegen wir  zur gemütlichen und freundlich bewirteten Sidelenhütte (2708m), die wir um die Mittagszeit erreichten. Schnee gab es immer noch reichlich, er reichte bis zur Hütte hinunter, so dass wir für die Anstiege in dieser Woche regelmäßig Pickel und Steigeisen bemühten. Da das Wetter hielt und genug vom Tag übrig war, säumten wir nicht lange, sondern nahmen umgehend den kurzen Zustieg zum beliebten Schildkrötengrat  (W-Grat, 4+, Stelle A0) am Chli Bielenhorn (2940m) unter die Sohlen. Der späte Einstieg hatte den Vorteil, dass wir den wegen seiner Kürze (200 Klettermeter), Hüttennähe und guter Absicherung sehr beliebten Anstieg für uns hatten. Über den scharf gezackten Urner Granit ging es in unterhaltsamer Kletterei  in zwei Dreierseilschaften zum nicht sonderlich prominenten Gipfel, von dem sich ein guter Ausblick auf die Ziele der kommenden Tage bot. Früh am nächsten Morgen stiegen wir über den harten Firn zum großen Bruder des Vortagesgipfels auf, dem Gross Bielenhorn (3204m). Vorbei an den beiden berühmten Kamelen (auch durch eine Werbeaktion der Firma Mammut populär geworden, die 2014 26 Bergführer auf dem kleinen Kamel ablichtete)  ging es zum Einstieg des klassischen Südostgrates (5c+, meist 4-5,  450m). In herrlicher Kletterei ging es in Zweierseilschaften nach oben. Die Absicherung war gut und konnte mit eigenem Material zweckmäßig  ergänzt werden. Am Ende des eigentlichen Grates seilten wir in eine Scharte ab. Von dort aus sollten es noch 150 leichte Klettermeter (maximal 3+) zum Ostgipfel sein. Allerdings war das blockige Gelände sehr unübersichtlich und die Wegführung überraschend unklar, was uns zu allerlei zeitfressenden Seilmanövern zwang, bis wir endlich am Gipfelkreuz standen. Auch der Abstieg mit so einigen Abseilstellen zog sich, so dass es ein langer, sehr ausgefüllter Tag wurde.  Das Wetter blieb uns gewogen, und so nahmen wir am Donnerstag die Hochtour auf den Galenstock (3586m) in Angriff.  Hubert ließ sich auch durch eine abgelöste Bergschuhsohle nicht abhalten, er behalf sich mit Kabelbindern.  Wir stiegen über den Sidelengletscher zum Einstieg des Südostsporns auf. In schöner griffiger Kletterei im besten Granit (2-3, Stelle 4) ging es hinauf zum Galengrat und von dort auf die verfirnte Gipfelkuppe. Trotz blauen Himmels waren wir auch dort allein. Fantastisch der Blick in die Berner und Walliser Alpen. Die Abseilpiste vom Galengrat war bemerkenswert gut ausgebaut – dort, wo kein natürlicher Standplatz vorhanden war, war einfach eine Metallplattform an die Wand gedübelt.  Sportlich war am Ende der Schwung über die Randspalte des Sidelengletschers  in Tarzantechnik. Am nächsten Tag ging es bei immer noch  bestem Wetter über die untere Bielenlücke hinüber zum Tiefengletscher,  auf das Strahlengrätli (3+, 250m). Auch dies eine schöne und ebenfalls gut gesicherte bzw. zu sichernde Kletterei, die wir mit niemandem teilen mussten.  Am Abreisetag nahmen wir noch einige Seillängen gutmütiger Plattenkletterei am Furkapass mit, hoch über dem Rhônegletscher, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Herrliche Tage, herrliche Touren, alle gesund heimgekommen – Danke, Holger!

Autor: Volker Mahlbacher

Eisklettern im Pitztal

04. Februar 2018 - 06. Februar 2018, Sankt Leonhard im Pitztal.

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Anspruchsvolles Klettern im Winter: vielleicht denkt man dabei erst einmal an festen Fels in südlich ausgerichteten, talnahen Wänden, die in der Sonne schnell ausapern. Es geht aber auch ganz anders, denn der Sonne gegenüber auf der dunklen Seite im Schatten locken noch ganz andere Strukturen, die beklettert werden wollen, wenn es am Kältesten ist: Wassereis!

Um das Eisklettern besser, oder in meinem Fall überhaupt erst einmal kennenlernen zu dürfen, machten sich am Sonntagabend Christof, Tobi und Markus unter der Anleitung des sehr erfahrenen Eiskletterers Holger auf ins Pitztal, das Auto vollgepackt mit Kletter- und Wintersachen.

Am Zielort angekommen zeigte das Thermometer die erhofften Minusgrade und wir holten uns bei einem saftigen Steak vom Pitztaler Urrind erst einmal Vorschusslorbeeren. Später gab Holger anhand der Folien eines Vortrags vom Sektionsabend einen Überblick über Wissenswertes zur Vorbereitung und Durchführung von Eisklettertouren: Welche Arten von Eis gibt es und wie verhält es sich? Welche Rolle spielt die Lawinenlage im Zustiegshang und v.a. oberhalb der Kletterroute? Wie wird mit Eisschrauben im Eis gesichert? Spielarten, wie Mixed-Klettern, Drytooling, die Schwierigkeitsgrade dabei etc.

Am nächsten Morgen ging es los in Richtung Taschachschlucht, wo wir jedoch erfahren mussten, dass der Zugang an diesem Tag nicht möglich ist, da von einer Brücke über die Schlucht, auf der die Skipiste verläuft wegen Präparierung Schnee in die Schlucht fällt. Daher ging es am Montag erst einmal zum Fallebachfall, an dem wir nach einem kurzen Zustieg durch den tief verschneiten Wald ankamen. Im unten weniger steil auslaufenden Teil des Wasserfalls machten wir erste Übungen zu den Grundlagen des Eiskletterns: Parallel- und Diagonaltechnik zur Fortbewegung, Setzen von Eisschrauben, das Bauen eines Abseilstands mit einer Abalakov-Eisuhr. Um Klettern zu üben, hängte uns Holger ein Toprope ein, denn beim Eisklettern gilt aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr durch Steigeisen und Eisgeräte: Stürzen verboten!

Beim Klettern selbst wird einem zwar nicht kalt, auch wenn einem als Anfänger gerne mal mehr und weniger große Eisbröckchen ins Gesicht fliegen, weil man die Eisgeräte nicht so gezielt setzen kann. Aber beim Sichern oder Zuschauen hilft es einem wenig, dass auf die gegenüberliegende Wand die Sonne scheint, man selbst aber im Schatten steht. Eine gewisse Resistenz (oder Gleichgültigkeit?) der Kälte gegenüber schadet also nicht. Nach einem gut gefüllten Tag kehrten wir zu unserer Unterkunft zurück und ließen uns ein gut bürgerliches und reichliches Abendessen schmecken.

Am zweiten Tag konnten wir dann doch in die Taschachschlucht. Diese bietet zunächst einen im Winter landschaftlich beeindruckenden Zustieg sowie eine recht vielseitige Auswahl an verschieden schwierigen Eisstrukturen. Hier konnten wir an diesem Tag die Übungen vom Vortag vertiefen, weiter Klettern üben und Übungen zum Vorsteigen im Eis machen – ebenfalls alles im Toprope gesichert. Wer zum Schluss wollte und noch Kraft hatte, konnte auch noch eine Drytooling-Route in einem Felsüberhang ausprobieren.

Besonders beeindruckend in diesen zwei Tagen fand ich die Übung zum Klettern ohne Eisgeräte, also nur mit sauberem Gehen mit Steigeisen an dem doch recht steilen Wasserfall am Montag; natürlich ebenfalls im Toprope gesichert. Hier zeigte sich, wie sehr es auf einen guten Stand und Gleichgewicht auf den Füßen ankommt. Als sowohl Kletter- als auch Eiskletteranfänger hatte ich offenbar viel zu oft das Gefühl immer nur am langen Arm an den Eisgeräten zu hängen. Beim Eisklettern kommt es also gleich doppelt auf die richtige Technik an: die Ausrüstung muss (einem) wirklich gut passen und auch die Bewegungstechnik inkl. der körperlichen Voraussetzungen.

Vielen Dank zum Schluss an Holger für die gute Planung und routinierte Durchführung der Veranstaltung!

Autor: Markus Bauer

Piz Palü Überschreitung & Piz Bernina

26. August 2017 - 29. August 2017, Engadin.

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Im Reich der Diavolezza

Am Samstag ging es um 6.00Uhr in Biberach los. Mit Auto und Bergbahn kamen wir schnell und bequem zu unserer Unterkunft auf der Diavolezza. Der Begriff Hütte wäre sicherlich untertrieben, Unterkunft und Bewirtung ließen keine Wünsche offen. Nachmittags wurden die Kenntnisse der Spaltenbergung aufgefrischt und im Rahmen einer kleinen Eingehtour der Weg auf den Gletscher ausgekundschaftet. Dieser musste am nächsten Morgen in Dunkelheit bewältigt werden.

Um 4 Uhr am nächsten Tag ging es los. Die ganze Mannschaft brach zum Gletscher auf. Und schon an diesem Morgen sollte uns bewusst werden, dass wir im Reich der Diavolezza (die Teufelin) unterwegs waren: alle Stirnlampen leuchteten hell, bis auf eine. Doch trotz kleiner Neckereien der Diavolezza, erwartete uns nach ein paar hundert Höhenmetern ein grandioser Gletscherbruch, mit beeindruckenden Spalten und Eisformationen. Bei aufgehender Sonne gönnten wir uns die erste Pause und fanden den Weg durch das Spaltenlabyrinth. Weiter ging es über einen zunächst steilen dann luftigen Firngrat. Diesem folgend überschritten wir den Ost- und Hauptgipfel des Piz Palü (3901m) und gelangten zum Piz Spinaz.

Hier kletterten wir über sonnengewärmte, meist große Granitblöcke, auf dem wiederum sehr luftigen und aussichtsreichen Grat, in die Fuorcola Bellavista hinab. Über die Terrassen der Bellavista und den spaltenreichen Morteratsch-Gletscher ging es Richtung Hütte. Doch auch auf diesem Wegabschnitt wollte die Diavolezza uns necken. Sie sandte und den Steigeisen-Teufel. Viele Male wollten die Steigeisen andere Wege nehmen wie ihr Besitzer. Dennoch erreichten wir zufrieden und voller guter Laune die Marco e Rosa Hütte auf der italienischen Seite.

Am Montag sollte es bei unsicherem Wetterbericht (Diavolezza lässt grüßen) auf den Piz Bernina gehen. Wir starteten um 6.00 Uhr über den steiler werdenden Gletscher zum Fuß des Spallatgrats. Der Steigeisenteufel begleitete und weiterhin. Allerdings war er wohl stärker als der Wetterteufel, sodass wir trockenen Fußes, mit einigen Steigeiseneinlagen, weiter konnten. Wir kletterten über den gut zu sichernden Felsgrat, mit kurzen eingelagerten Firngraten, auf den Gipfel des Piz Bernina (4049m). Dort genossen wir unser Vesper und die Aussicht auf das ganze Gebirgsmassiv.

Auf dem Rückweg ließen wir uns durch kurzen Schneefall nicht aufhalten und gelangten wohlbehalten, über mehrere Abseilstellen, zurück zur Marco e Rosa Hütte. Dort erwartete uns ein wiederkehrendes drei-gängiges Abendessen, aus dem man sich das Beste heraussuchen konnte. Erwähnenswert ist noch die, für italienische Hütten typische, gute Weinkarte.

Am nächsten Morgen stand der Rückweg zum Berghaus Diavolezza an. Draußen pfiff der Wind und heulte durch das Gebälk der Hütte. Umso erfreulicher war der Blick aus dem Fenster, die Wolken des Vortags waren vertrieben. Man sah blauen Himmel und strahlender Sonnenschein kündigte sich an. Zurück führte uns unser Weg über die Terrassen der Bellavista zum Fortezzagrat, der uns mit mehreren Abseilstellen, kraftsparend, zunächst auf den Fortezza- und dann auf den weitläufigen Persgletscher brachte. Es folgten noch eine Durchquerung des Gletschers und ein kurzer aber anstrengender Gegenanstieg, bevor wir auf der Terrasse der Diavolezza das grandiose und überwältigende Panorama bei kühlen Getränken genießen konnten.

Vielen Dank an Sandra für die Planung und umsichtige Führung dieser großartigen Tour!

Autor: Lydia Muys

Klettern um die Darmstädter Hütte

18. Juli 2017 - 23. Juli 2017, Verwall.

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In der zweiten Julihälfte ging es unter Holgers kundiger Leitung ins Verwall, zur Darmstädter Hütte (2384m), zum Klettern. Wir waren zu sechst. Wie so oft im Juli war die Wetterlage instabil, und als wir vormittags in St. Anton ankamen, warteten wir erst einmal den Niedergang eines heftigen Gewitters im Auto ab. Kurz nachdem  wir uns dann mit den schweren Rücksäcken voller Seile und Metallwaren auf den langen, langen Hüttenzustieg aufgemacht hatten, erlebten wir eine angenehme Überraschung: Der Vater des Hüttenwirts passierte uns mit dem Auto und bot uns an, unsere Rücksäcke zur Hütte mitzunehmen. Das war in der Tat eine große Erleichterung, die uns den langen Hatsch auf dem Fahrweg sehr viel angenehmer machte. Nach kurzer Hütteneinkehr nutzten wir den nahegelegenen Klettergarten „Schneekönig“, um uns in den gut gesicherten Einseillängenrouten bis zum unteren siebten Grad mit dem lokalen Gneis vertraut zu machen. Zum Abendessen konnten wir dann erstmals das kulinarische Glanzlicht der Hüttenküche genießen, die große Auswahl liebevoll selbst gemachter Knödel.

Am nächsten Morgen sah das Wetter zunächst einmal gar nicht so schlecht aus. Wir machten uns auf zur „Kirche“, einem gut 200 Meter hohem Felsriegel, der Küchelspitze vorgelagert und vom Küchelferner eingerahmt, der einige Mehrseillängenrouten bietet.  Wir stiegen in zwei  Dreierseilschaften in die „Ministrantenrennbahn“ (V) ein. Nach dem ersten Stand  zweigte die eine Seilschaft in das „Fegefeuer“ (V+) ab, einem langen und schönen Körperriss am sogenannten Beichtstuhl, während die andere die Rennbahn weiter unter die Hufe nahm. Oben trafen wir wieder zusammen, vom Beichtstuhl führte eine schwere, nasse und heikle Verbindungslänge (VI) zurück zum Ausstieg der Ministranten, die souverän von Holger geführt wurde. Beim Abseilen erwischte uns dann doch ein kräftiger Regenguss und wir trabten begossen zur Hütte zurück. Das Schlechtwetter des Nachmittags konterten wir durch Bouldersessions in der Hütte, deren Innenwand einige interessante Probleme bereithielt. Sogar Crashpads gab es. Und bald war wieder Knödelzeit.

Am Freitag machten wir uns auf, um über den versicherten Südgrat das Gipfelkreuz der knapp 3000m hohen Westlichen Faselfadspitze (2993m) zu erreichen. Eine schöne Tour, die großartige Blicke auf die beeindruckende  Nordostwand der gegenüber liegenden  Kuchenspitze gestattete. Im Abstieg machten wir Halt an den Weisskopfplatten, um dort einige Seillängen der vorzüglich gesicherten Kletterrouten im 5ten und 6ten Grad zu  klettern. Wieder vertrieb uns einsetzender Regen. In einem direkt bei der Hütte gelegenen Klettergarten („Schweinestall“) gelangen uns später noch einige Längen in den Regenfenstern, bevor die Knödel riefen.

Für den letzten Tag war immer noch kein ausreichend stabiles Wetter in Aussicht, dass uns unser geplantes Highlight, die 10 Seillängen der “AKW (V-) an der östlichen Faselfadspitze ermöglichen sollte. So suchten wir den Klettergarten weiter östlich an der gleichen Wand mit seinen doch auch immerhin fünf Seillängen langen Routen auf. Jeweils zwei schöne Touren  gelangen unseren beiden Dreierseilschaften, der „Gschenkta Satz“ (V) und die „Totale Absolution“ (VI+), und so kamen wir dann doch auch auf die zehn Seillängen. Das Wetter hielt an diesem Tag erstmals durch, und erst am Abend waren wir gerade noch rechtzeitig bei den Knödeln.

Fazit: auch bei schwierigen Wetterbedingungen gelangen uns schöne Touren und ausgefüllte Klettertage in einer großartigen Landschaft. Wir haben uns auf die Bedingungen eingestellt, waren flexibel, und  jeden Tag ging irgendetwas. Riesendank an Holger, der das möglich machte!

Autor: Volker Mahlbacher

Bergrettung Koblach

25. Juni 2017, Koblach.

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Das tiefdunkle Blau im Regenradar für die Vorarlberger Rheinebene verhieß nichts Gutes, als wir in Biberach losfuhren, doch der Wetterbericht versprach Besserung in gut einer Stunde also genau die Zeit, die wir bis nach Koblach brauchen würden. Nun ja, in der Tat wurde der Regen weniger als wir am Klettergarten ankamen, mehr aber auch nicht und der Fels war natürlich auch noch klatsch nass. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und es bedarf wenig Überzeugungsarbeit und schon wurde der Tagesplan von einem Abschlussbiergarten zu einem Anfangskaffee umgestellt. Die Entscheidung war Goldwert, denn nur kurze Zeit später schüttete es aus Eimern, während wir ein Heißgetränk im Trockenen schlürften. Die Zeit ließ sich aber auch gut nutzen, um mit ersten Theorieeinlagen zum Thema Notruf, Unfallsicherung und Co zu beginnen. Und weil´s bei der zweiten Runde Kaffee immer noch nass war, begannen wir eben mit Trockenübungen - logisch oder? :-) Wahrscheinlich hielten uns die anderen Gäste für total bescheuert, aber wir fingen an, Seile auszupacken und ein vermeintlich Beinverletzter wurde in diversen Seilschlingen eingewickelt und von einer oder zwei Personen über die Terrasse geschleppt. Petrus hatte dann doch noch ein Einsehen und wir verlagerten unsere Wirkungsstätte endlich an den Fels, der super schnell abtrocknete. Unter gutmütigen Realbedingen - der Standplatz verfügte über genügend Platz, um bequem herum zu stehen - wurde von nun an ständig jemand am Seilhängend nach unten und wieder nach oben befördert. Nach vielen "Aufs" und "Abs" konnten wir dann ein Seil verlängern, wenn es uns beim Abseilen ausgehen sollte, jemanden Huckepack nach unten transportieren und per Expressflaschenzug oder loser Rolle wieder nach oben zerren. Natürlich durfte eine Runde Selbstrettung mit Prusikschlingen nicht fehlen und die Gardaklemme wurde auch noch schnell angerissen. Das ganze Programm schafften wir dann aufgrund der langen Regenpause leider doch nicht mehr, aber die wichtigsten Griffe und vor allem der Schleifknoten sollte nun bei allen sitzen.

Die Erkenntnisse des Tages aber waren, dass es der Sackstich, mit dem zwei Seile verbunden werden, doch tatsächlich relativ problemlos schafft, sich durch einen Halbmastwurf im Karabiner zu wurschteln und dass die Reibung bei einem Doppelseil den Expressflaschenzug zu einer extrem schweißtreibenden Angelegenheit macht. Die Mädels mit dem Einfachseil hatten hingegen keine Schwierigkeiten, selbst die Jungs nach oben zu befördern. Und last but not least, dass auch Schlechtwetter einen Vorteil hat: Am Tag vorher wären wir in der Felswand gegrillt worden, so war die Übungszeit zwar kürzer, dafür aber bei sehr angenehmen Temperaturen :-).

Besten Dank an Sandra, die uns all die Knoten, Griffe und Kniffe geduldig zeigte und solange üben ließ, bis es bei allen auch mit der eigenen Ausrüstung saß. In der Hoffnung, dass man das Gelernte nie wirklich anwenden muss, ist ein Wiederholungskurs zum Auffrischen in ein paar Jahren schon fest eingeplant.

"Schnupper"-Eisklettern oder so ähnlich

13. Februar 2017 - 14. Februar 2017, Pitztal.

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Was war denn da dieses Jahr nur los? War das Schupper-Eisklettern ansonsten recht gut besucht, so gab's dieses Jahr nur eine Anmeldung. Egal, das Eis im Pitztal stand zu gut um die Tour zu canceln und da ich Tobi ja nun mittlerweile doch recht gut einschätzen kann und weiß, das ich ihm im Nachstieg einiges zumuten kann, bekam er kurzerhand ein Upgrade: Mehrseillängentouren bis WI4+. Ausgeschnuppert! Da ich sowieso schon im Kaunertal war hab ich mich am 12.02 mit Tobi in Imst getroffen. Begonnen haben wir dann gleich mit gemütlichen Teil: Mit die besten Steaks der Welt gibt's im Restaurant am Fischteich in Jerzens (siehe Fotobeweis). Unbedingt probieren! Am nächsten Tag haben wir uns den Stallkogelfall im vorderen Pitztal vorgenommen. 3 schöne lange Seillängen die sich konstant bis zur finalen WI4+ steigern. Eine eindrückliche und nicht unanstrengende Unternehmung und Tobi's erster amtlicher Wasserfall. Glückwunsch! Weil er das so gut gemacht hatte haben wir uns am Nachmittag gleich noch einen zweiten Wasserfall gegenüber vom bekannten Luibisbodenfall geschnappt. Hier hat Tobi, der ja schon Einiges an Erfahrung im Eis hat, seinen ersten Vorstieg im gut gestuften WI 2 - 3  Gelände absolviert. Den Wasserfall kannte ich nicht und allgemein standen diesen Winter im Pitztal einige völlig unbekannte Eisgebilde. So war das Ziel für den nächsten Tag auch schnell gesichtet. Oberhalb von Neuruhr gab es einen weiteren unbekannten Eisfall. 3 Seillängen gekrönt von einem steile Eissvorhang. Und die hatten es in sich! WI4+, WI2 und zum Abschluss  eine WI5 Länge. Längere senkrechte Passagen und wunderschönes Blumenkohleis brachten Waden und Oberarme zum Glühen. Die für den Nachmittag geplante Mixed-Klettereinlage in der Kitzgartenschlucht haben wir uns auf Grund akuter, vollständiger Zerstörung gespart. Ein Spitzenausflug den man natürlich aber auch nur zu zweit machen kann. Danke Tobi & Respekt für die Super Leistung

Autor: Holger Geier