Über uns

In der Hochtourengruppe versammeln sich Bergbegeisterte der verschiedensten Stilrichtungen. Das Alter ist ziemlich homogen zwischen 25 - 65 Jahren verteilt. Wir treffen uns einmal monatlich im DAV-Haus zur Tourenbesprechung, zum Erfahrunsaustausch und zum gemütlichen Plausch. Wer Interesse hat an anspruchsvollen Berg-, Ski-, Hoch- oder Klettertouren, an gemeinsamen Wanderungen oder wer neue Bergkameraden kennenlernen will, kann sich bei einem der Tourenführer melden oder einfach mal bei einem unserer Treffs vorbeischauen. Von einfachen Wanderungen über anspruchsvolle Bergtouren, Klettertouren (bis zum alpinen V. Schwierigkeitsgrad) bis zu grandiosen Hochtouren wird alles geboten.

Veranstaltungen

07. Dez. 19

19:00 - ???

Weihnachtsfeier

???

Organisation: Auer

Übungsleiter

tim

Tim Bek

Trainer C Bergsteigen

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Sandra Freigang

FÜL Hochtouren

Tourenführerin Hochtouren, Klettern

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Stefan Uhl

FÜL Hochtouren & Skitouren

Tourenführer Hochtouren, Klettern, Skitouren

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07351/73609

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Thomas Auer

FÜL Hochtouren

Leitung Hochtourengruppe
Tourenführer Klettern, Hochtouren

07355/92072

homepage

Holger Geier

FÜL Hochtouren

Tourenführer Hochtouren, Klettern, Eisklettern

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Berichte

Sagra dei Crotti 2019

06. September 2019 - 08. September 2019, Chiavenna.

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Dieses Jahr ging es wieder nach Chiavenna zur Sagra dei Crotti. Was mittlerweile Tradition sei, so ließ ich mir das sagen. Das Fest, welches Freitagabend – Sonntag stattfindet, ist für eine Menge guten Wein, leckeren in den Grotten gereiften Käse oder leckere Wurst und für seine eindrückliche Landschaft bekannt. Dementsprechend schön und lustig waren die Abende. Überzeugt hat in diesem Jahr wohl die Grotte, die am Ende des Abends gar nicht aufhören konnte uns mit seinen feinen Speisen zu beglücken.  Tagsüber fanden sich unterschiedliche Gruppierungen anhand der gewünschten Aktivitäten zusammen. Von einer wohl sehr gelungenen Mountainbiketour mit Einkehr, über Mehrseillängenkletterei am Wasserfall in der Nähe des Campingplatzes, bis zur Stadtbummelei in der vermutlich keine Geldbörse mehr sicher war, war doch so einiges geboten. 😊

Letztendlich sei gesagt war es ein schönes Wochenende mit dem ein oder anderen nassen Zelt am Ende(Das Flamingo-Zelt war trocken, siehe Bild). Zuletzt sei gesagt, das Fest hat sich meiner Meinung nach zu Recht als Tradition bewährt.

Autor: Yannick Waletzek

Hochtour Gran Paradiso

31. August 2019 - 05. September 2019, .

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Dieses Jahr ging es unter der Leitung von Stefan in den ältesten Nationalpark Italiens: Den Gran Paradiso. Mit dem Ziel natürlich den Gran Paradiso mit seinen 4061m zu besteigen.

Die Anreise begann für die einen bereits am Freitag für die anderen in der Nacht zum Samstag. Vor Ort traf dann die T5 Fraktion auf die Nachtschwärmer an einem Wanderparkplatz im Hochtal Valsavarenche. Von dort ging es am gleichen Tag auf die erste der beiden Hütten „Rifugio Chabod“ auf 2750m. Eine kleine Hütte, die aber dennoch viel Platz bieten konnte für viele die den Gran Paradiso besteigen wollten. Wir ließen den Tag an der Hütte ausklingen bei gutem Essen, dem ein oder anderen „Panache“ und natürlich gutem „Vino del Cassa“. Am nächsten Morgen ging es dann bereits schon früh los. Das Ziel war das „Biwack Sberna“ welches auf Rund 3414m liegt. Hier konnten wir bereits nach kleinem gekraxle über Felsblöcke die Steigeisen aufschnallen und später am übrig gebliebenen Gletscher als Sechser Seilschaft gehen. Durch den Gletscherschwund war es uns leider nicht möglich das Biwack zu erreichen und wir fokussierten uns dadurch auf die Tipps und Tricks von Stefan, mit dem Gehen von Steigeisen und simulierten die ein oder andere Situation am Gletscher 😊.

Der Tag endete wieder gegen Nachmittag an der Hütte bei gefühlt 20 Runden Offiziersskat, Mau-Mau und dem ein oder anderen Nickerchen um Kraft zu tanken oder Schlaf nachzuholen. Nach zwei Nächten auf dieser Hütte sollte es bereits am nächsten Tag zur zweiten Hütte der „Rifugio Vittorio Emanuelle II“ auf 2735m über einen Panoramaweg gehen.

Nachdem wir am nächsten Tag an der zweiten Hütte ankamen und uns mit Kaffee versorgten, gingen wir bereits schon die erste Strecke des Gran Paradiso Normalweges. Aufgrund der Wetterlage beschlossen wir am nächsten morgen bereits die Tour zum Gran Paradiso über den Normalweg zu gehen.

Früh am Morgen ging es am Dienstag über den bereits bekannten Weg zum Gletscher. Am Anseilplatz wurden wieder Steigeisen, Pickel und Gurt ausgerüstet. Nach dem Anseilen ging es dann über eine bereits ausgetretene Firnstrecke zum Gipfel. Unterwegs gab es beeindruckende Gletscherlandschaften mit 2-3 Spalten und wunderschönen Panorama. Das Wetterglück war vollkommen auf unserer Seite, so konnte man am Himmel weit und breit keine Wolke entdecken und die Fernsicht auf die Großen, wie den Mont Blanc, war permanent gegeben. Kurz vor einer kleinen Gipfelkletterei im zweiten Grad gab es noch eine kurze 40 Grad Mischung aus Eis und Firn zu überwinden. Und Schwups stand man neben der schick dekorierten Madonna auf dem Gipfel. Weit und breit bis auf ein Nebelmeer Richtung Turin im Südosten keine Wolke zu sehen. Leider wurde der Genuss durch eine andrängende Herde unterbrochen und man konnte von Glück sprechen „nur“ fünf Minuten auf dem Gipfel verbringen zu dürfen. Beim Abstieg wurde wieder die ein oder andere Spalte übergangen und an den Besten und entspanntesten Ausblicken gerastet. An der Hütte angekommen immer noch bei bestem Wetter konnte man den Tag wieder bei Panache oder Rotwein Revue passieren lassen.

Am letzten Tag auf der Hütte wollten wir noch den Gipfel „Tresenta“ auf 3609m besteigen. Allerdings war dieser ebenso durch den Gletscherschwund, nur durch bröckeliges und rutschiges Gestein bis zum Gipfel machbar. Darum entschieden wir uns in einer Scharte in die Sonne zu setzen. Der Abstieg ging dann durch abenteuerliche Wegfindung über Gletscher und Fels zurück zur Hütte.

Letztendlich stiegen wir dann am Letzten Tag, dem Donnerstag ins Tal ab. Indem die meisten sich auf die Fahrt nach Chiavenna zur „Sagra dei Crotti“ aufmachten.

An dieser Stelle vielen Dank für die schönen Tage und die super Organisation der Tour!

Autor: Yannick Waletzek

Hochtouren um Kandersteg

06. Juli 2019 - 11. Juli 2019, Berner Oberland.

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Hochtouren um Kandersteg

Müsste man diese Tour mit Hashtags versehen, mir würden gleich ein paar einfallen: #Bachüberquerung #Geröllhaufen #EssenbisderBauchspannt #perfektesRegenTiming #lilaBlümli

Aber beginnen wir von vorne. Der Wecker klingelte um 4 Uhr! Viel zu früh, stand doch nur der Hüttenanstieg an. Da wir (das waren Martina, Markus und Holger) aber den am Nachmittag vorhergesagten Gewittern und Regen aus dem Weg gehen wollten, blieb uns fast nichts anderes übrig, als mitten in der Nacht Richtung Berner Alpen aufzubrechen. Anfänglich mit der Seilbahn, dann gemütlich am Daubensee entlang, an „kalbenden“ Schneefeldern vorbei und zum Schluss steil ansteigend zur Lämmerenhütte (2502 m) hinauf, die für drei Tage unser Quartier werden würde. Die Hütte sitzt auf einem kleinen Hochplateau oberhalb des Lämmerenbodens, zwischen den Ausläufern des Wildstrubels und des Lämmerentals. Wie erhofft kamen wir noch rechtzeitig vor dem Regen an und verbrachten den Rest des Tages mit Kuchen essen und Schlaf nachholen – es gibt sicher schlechtere Beschäftigungen...

Die erste Tour zum Eingehen sollte auf den Roten Totz (2847 m) und über den Ostgrat auf das Steghorn (3146 m) führen. Bereits kurz nach der Hütte war das Lämmerental fast durchgehend mit Schnee bedeckt, so dass wir einfach im Schnee Richtung Rote Totz Lücke emporstiegen und den eigentlichen Weg, der am Grat entlanglief, ignorierten. Nur wenige Meter vor dem ersten Gipfel überzeugte uns aber lautes Donnergrollen davon, unser Vorhaben eher möglichst schnell abzubrechen. Da der einsetzende Nieselregen aber schnell wieder aufhörte und das Gewitter südlich an uns vorbeizog, entschieden wir auf halber Strecke zur Hütte, das Steighorn doch noch in Angriff zu nehmen und zwar dem Normalweg folgend über das „Leiterli“ einem netten, kleinen, teilweise versicherten Durchschlupf durch eine Felswand. Das Steghorn erinnerte von der Form her ein wenig an den hohen Ifen und bot uns einen 1A Ausblick auf die sieben! Gipfel der nächsten Tour. Der Abstieg vom Steghorn war umso angenehmer, da wir den ein oder anderen Meter einfach auf dem Hintern sitzend den Schnee runterrutschen konnten. Zugegeben, das erste Mal eher unfreiwillig, da es aber prima funktionierte, zogen alle anderen schnell nach und hatten dabei eine Mords Gaudi. Kurz vor der Hütte setzte dann auch der nächste Regenschauer ein, was uns aber ziemlich egal war, da wir quasi schon im Trockenen waren. Das 4 Gänge Essen auf der Hütte war super lecker und es gab Nachschlag bis zum Abwinken – was leider jeden Abend zu einer gewissen Fressstarre führte…

Die vielen Kalorien konnten wir am nächsten Tag gut gebrauchen. Das Lämmerenhufeisen stand auf dem Plan, also sieben 3000er am Stück: Schwarzhorn, Rothorn, Schneehore, Chlis Schneehore, Wildstrubel, Wildstrubel Mittelgipfel und Großstrubel! Früh am Morgen machten wir uns auf. Die erste Aufgabe war es, den Gletscherbach zu überqueren, da die Brücke leider erst in der kommenden Woche installiert werden würde. Unsere Hoffnung war, dass das Schmelzwasser über Nacht nachlassen würde und wir irgendwo drüber hüpfen können. Dummerweise hatte es aber relativ viel geregnet, auch nachts noch, so dass der Wasserstand eher noch höher war als am Vortag. Es half alles nichts, Hose hochkrempeln, Stiefel ausziehen und eine erfrischende Kneippkur in der Morgendämmerung einlegen…  So, nun war wirklich jeder wach… Das nächste Highlight war das Bezwingen der Felsabbrüche des Schwarzhorns. Es sollte über zwei Leitern und einem Brett mit Tiefblick gehen. Von Weitem machte die eine Leiter schon einen sehr seltsamen Eindruck…irgendwie verdreht, so als ob man sie quasi rücklings im Überhang hochsteigen müsste… Bei näherer Betrachtung stellt sich tatsächlich heraus, dass das Teil mittig um 180° verdreht war und wie ein Kuhschwanz wackelte. Ups! Holger versuchte noch, die Stelle zu umklettern und uns nachzusichern, aber das brüchige Gestein hätte keine vernünftige Sicherung zugelassen und mit Bergstiefeln an den Füßen wäre es auch nicht so ganz trivial gewesen. Also gut, Abbruch und Plan B. Es gab früher einen anderen Weg, der anfangs über den Lämmerengletscher führt, der aber aufgrund der abschmelzenden Gletscher nicht mehr empfohlen wird. Wir machten uns also in Richtung des anderen Weges auf und stießen alsbald auf relativ neue Markierungen. Komisch, aber egal. Diesen folgend gelang man relativ einfach über den steilen felsigen Teil und querte dabei sehr idyllisch einen der vielen kleinen Wasserfälle in der Wand. Nun ja, später auf der Hütte erfuhren wir, dass die Leiter schon im vorletzten Winter demoliert wurde und der neue Weg bereits seit einem Jahr eingerichtet war – na, das hätte man uns auch vorher sagen können, wir hätten uns gut eine halbe Stunde Irrweg gespart. Nach einem kleinen, eigentlich unnötigen Schlenker über den Gletscher hatten wir dann geschwind den ersten Geröllhaufen, pardon, ich meine natürlich Gipfel in der Tasche, das Schwarzhorn (3104 m). Zum nächsten Gipfel ging es dann wieder zurück auf den Gletscher und zum Schneejoch. Um zum Joch hoch zu kommen, mussten wir ein paar Meter hoch klettern, nicht wirklich schwierig, aber jeder vermeintliche Griff erwies sich doch wieder nur als loser Brocken. Holger hatte daher so seine Mühe, eine vernünftige Sicherung aufzubauen und stopfte sein halbes Sicherungsportfolio ins bröckeliche Gestein. Danach folgte nun die Geröllhaufenparade im permanenten bergauf und bergab: Rothorn (3103 m), Schneehore (3179 m), Chlis Schneehore (3147 m) und Wildstrubel (3244 m). Ein Geologe hätte seine wahre Freude gehabt. Die Gesteinsbrocken änderten alle paar Meter sowohl die Form als auch die Farbe: Schieferartig in schwarz, braun oder ocker, mal flach, mal senkrecht geschichtet, dann wieder größere Brocken in grau, braun oder gelb…und zwischen drin, es erstaunt mich immer wieder, nette kleine lila Blümchen. Unsere späteren Recherchen ergaben, dass es sich wahrscheinlich um Polsternelken handelte, die dank langer Pfahlwurzeln auch in dieser mega tristen Umgebung noch an Nährstoffe kommen. Am „Gipfel“ des Wildstrubels – er erinnerte doch sehr an ein leicht gebogenes Geröll-Fußballfeld - meinte das Wetter endgültig auf garstig wechseln zu müssen. Uns wehte eine heftige Brise ins Gesicht und Nebel verkürzte dich Sicht auf ein paar zig Meter… ausgerechnet jetzt, wo es auf den Wildstrubelgletscher gehen sollte. Nach kurzer Peilung mit dem Kompass kamen wir aber trotzdem zielsicher am Wildstrubel Mittelgipfel an. Für die komplette Runde fehlte jetzt nur noch der Großstrubel, je nachdem nochmal 1.5 – 2 Std extra, evt mit Rückkehr zum Mittelgipfel, wenn der andere Abstieg nicht gehen sollte. Eine zweidrittel Mehrheit (😊 ) sorgte dann aber doch für den direkten Abstieg Richtung Hütte. Es hatte auch niemand ahnen können, dass es bereits 30 Min später wieder komplett aufreißen würde und uns die Sonne für eine Weile ins Gesicht lachte. Fürs Regentiming war die Entscheidung aber wieder goldrichtig, denn wieder kurz vor der Hütte bescherte uns Petrus etwas Nass von oben, was uns abermals nicht wirklich etwas ausmachte.

Der nächste Tag war im Prinzip nur ein Transfertag zum Berghotel Schwarenbach, den Holger mit einem Schlenker durchs „Tälli“ entlang des Engstligengrats und einem Besuch auf dem Tschingellochtighore (nein, meine Tastatur hat keinen Hänger!) ordentlich aufpeppte. Der Tschingellochtighore erfreute die Kletterfreunde mit einer Seillänge netter Kletterei. Allerdings erfolgte der Zustieg – wer hätte es geahnt – wieder durch eine rutschige, steile Schutthalde, bevor man sich dann genussvoll einen Kamin schlangenartig „hochtschingeln“ durfte… Unser weiterer Weg führte uns noch über Waldiswang und Schwarzgrätli Richtung Schwarenbach, obligatorisch mit leicht einsetzendem Regen kurz vorm Hotel…

Dass das Essen im Hotel etwas nobler sein könnte, war nicht ganz überraschend, dass es aber von allen Gängen abermals Nachschlag gab schon. Da war sie wieder, die Fressstarre nach dem „Nachtessen“, wie die Schweizer das Abendessen nennen.

Am nächsten Tag stand das absolute Highlight an, das Balmhorn und Petrus bescherte uns zur großen Freude endlich mal ein beständiges Hoch ohne Gefahr von Regenschauern. In der Morgendämmerung machten wir uns auf, um den Fuß des Chli Rinderhorns herum auf den Schwarzgletscher. Nachdem weit und breit keine Spalten zu erkennen waren, stiegen wir ohne Seil den zum Schluss gut 35° steilen Gletscher schweißtreibend zum Zackengrat auf 3034 m hinauf. Am Grat angekommen bot sich uns ein sensationeller Blick vom Wallis bis zur Mont Blanc Gruppe und lud definitiv zu einer kleinen Pause ein. Der Zackengrat war für hochalpine Verhältnisse sehr gutmütig, fast schon wie eine Autobahn, reines Gehgelände und so breit, dass man einfach entlang spazieren konnte. Nach ca. 350 Höhenmeter erreichten wir wieder vergletschertes Terrain, der letzte Aufschwung zum Gipfel. Insgesamt war dieser knapp unter 30° und somit eigentlich recht einfach aber zu beiden Seiten steil abfallend und somit doch Absturzgelände und leider gänzlich aper. Es gab somit nur zwei vernünftige Möglichkeiten entweder ganz ohne Seil oder als Seilschaft gesichert durch Schrauben. Da wir zeitlich nichts zu befürchten hatten, wählte Holger die zweite Variante und drehte ein paar Eisschrauben mit T-Blocks ins Eis. Kurz vor dem Gipfel wurde es wieder flacher, schneebedeckt und definitiv auch spaltiger. Wir mussten noch eine schmale, wenig vertrauenswürdige Schneebrücke überqueren und dann waren wir auch schon oben, auf 3697 m mit einem phantastischen Rundblick auf alles was in den Westalpen Rang und Namen hat: Eiger, Mönch, Jungfrau, Dom, Monte Rosa, Matterhorn und natürlich auch der Mont Blanc im Westen. Wir waren tatsächlich allein am Gipfel und genossen die ausgiebige Pause. Trotz bestem Wetter waren an diesem Tag außer uns nur noch zwei Einzelgeher! und eine Zweiergruppe am Gipfel, zeitlich aber so versetzt, dass jeder seine Ruhe hatte. Der Abstieg folgte der Aufstiegsroute, den ersten Gletscher teilweise am Fixseil, den zweiten bequem im weichen Firn direttissimo nach unten. Die üppige Schneeauflage reichte noch weit unterhalb des Gletscherbereichs. Doch die Freude über den bequemen, knieschonenden Abstieg im Schnee, wich bald der Erkenntnis, dass links von uns der Bach unter der Schneedecke gluckerte und uns somit auf die rechte Uferseite des Baches trieb. Blöd, dass unser Weg eigentlich links vom Bach weiter ging und die Wassermassen schon so mächtig waren, dass wir leider nicht mehr drüber springen konnten. Na gut, dann halt rechts vom Bach weiter, wohlwissend, dass uns dann wieder gute 100 mH Gegenanstieg erwarten würden. Irgendwann tauchte dann doch noch ein weiterer Weg nach links auf, der uns den Umweg evt. doch noch verkürzen würde. Doch auch hier hieß es irgendwie über den Bach kommen, denn Brücken gab es keine. Mit sehr beherzten Sprüngen schafften wir es tatsächlich trocken auf die andere Seite, der schweißtreibende Gegenanstieg zum Hotel blieb uns aber trotzdem nicht erspart.

Vom Balmhorngipfel hatten wir schon eine gute Sicht auf das Rinderhorn, das durch eine stattliche Figur glänzte und unser letztes Ziel in dieser Woche werden würde. Nun ja, der Weg auf immerhin 3449 m würde mal wieder über viel Geröll, Null Gletscher und ein bißchen Firn führen. Das Ganze müssten wir natürlich auch wieder runter und noch weiter bis zum Sunnbüel absteigen. Tja, nach der wirklichen tollen Tour aufs Balmhorn war diese Aussicht irgendwie nicht mehr ganz so verlockend. Stattdessen stieß der Gegenvorschlag mit Ausschlafen und dann noch ein wenig Sportklettern im Winteregger Klettergarten schnell auf allgemeinen Zuspruch. Manchmal ist weniger mehr 😊. Auf diese Weise hatten wir außerdem unsere Kletterschuhe und Exen nicht umsonst mitgeschleppt. Beim abschließenden Einkehren konnten wir dann ein letztes Mal unsere Euros und Fränklis hin und her schachern und beendeten sechs tolle Tage in den Berner Alpen mit ca. 90 km in den Beinen und 5500 Höhenmeter gänzlich ohne Muskelkater. Da kann man definitiv von perfekter Tourenplanung sprechen. Vielen Dank Holger für eine sehr schöne Woche in der wir fast alles abgegrast haben, was das Gebiet so hergibt!

Autor: Martina Wein

Genuss-Hochtour aufs Vrenelisgärtli

20. Oktober 2018 - 21. Oktober 2018, Glarus / Glärnisch Hütte.

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Der Sage nach lebte einst ein furchterregender und erbarmungsloser Berggeist in den Bergen um Glarus. Dieser hatte eine wunderschöne Tochter namens Vreneli, welche er in einem von spitzen Felsen umzäunten Garten versteckte. Nachdem er seine Tochter in flagranti mit einem Jüngling erwischte, verwandelte er diese in einen Stein und der Garten wurde von Eis und Schnee überzogen.  Es heißt in der Sage, man könne Vreneli wieder zum leben erwecken, wenn man den richtigen Stein dreimal küsst.

An einem schönen Samstag machten wir uns zu Acht auf den Weg, um das Reich des Berggeistes in den Glarner Alpen zu erkunden. Die Bilder, die wir im Internet vom Vrenelisgrätli gesehen hatten, verhießen schroffe Felswände, schmale, schwindelerregende Grate und schneebedeckte Berge. Davon sahen wir aber erst einmal nichts als wir gegen 12 Uhr den Parkplatz am Klöntaler See erreichten, denn im Tal waberten dicke Nebelschwaben umher. Der Aufstieg zur Glärnisch Hütte (etwa 1200 Höhenmeter) führte uns zunächst auf einer Fahrstraße durch einen Wald. Mit jedem Höhenmeter wurde der Nebel lichter und als wir aus dem Wald heraustraten, präsentierte sich die Bergwelt des Glärnisch in voller Schönheit. Am Ende der Fahrstraße stiegen wir über einen schmalen, steilen Pfad weiter auf und erreichten die Hütte gegen 15 Uhr – genügend Zeit um den leckeren Kuchen zu verspeisen, ein Bierchen oder Panaché (Radler) zu genießen und ein Nickerchen in der warmen Sonne zu halten. Es war übrigens der letzte Tag der Saison, an dem die gemütliche Hütte geöffnet hatte und zum Abendbrot bekamen wir alle noch reichlich Nachschlag von dem köstlichen Essen.

Nach einer angenehmen Nacht (niemand hat geschnarcht) war am nächsten Morgen gegen 7 Uhr in der Morgendämmerung Abmarsch. Bis zum Gipfel des Vrenelisgärtli waren noch etwa 900 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg war zunächst steil und führte an hohen Felswänden vorbei, die die Herzen der Kletterer unter uns höherschlagen ließen. Schließlich erreichten wir den Gletscher. Der Anstieg war ab hier größtenteils relativ flach und es gab eigentlich keine nennenswert großen Gletscherspalten. In der Ferne erspähten wir einige Schneehühner.

Nach einem Firnfeld erwartete uns die Schlüsselstelle der heutigen Tour, eine etwa 40 Meter hohe, fast senkrechte Felswand, die es ab zu klettern galt. Die Wand war aber mit Drahtseilen und Eisenstiften gut gesichert und nach einer Abseilaktion gelangten wir alle sicher hinunter. Der weitere Weg führte über den schmalen Schwander Grat mit Blick auf den 2000 Meter tiefer liegenden Klöntaler See zur einen Seite und dem Tödi auf der anderen Seite. Um halb 12 erreichten wir den Gipfel vom Vrenelisgärtli und konnten das traumhafte Bergpanorama unter dem fast wolkenfreien Himmel genießen. Es wehte ein kalter Wind, aber zwischen den Felsen fanden wir geschützte Stellen um uns die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und den Ausblick zu bewundern.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch kurz in der Glärnisch Hütte ein, welche von den Hüttenwirten gerade winterfest gemacht wurde. Es standen trotzdem noch ein paar Stücken Kuchen für uns bereit und Christof ergatterte den letzten Rösti der Saison, auf den der Rest der Gruppe etwas neidvoll schaute. Bei beginnender Dämmerung und heraufziehenden Nebelschwaden erreichten wir gegen 18 Uhr wieder den Parkplatz und machten uns auf den Heimweg. Am Ende des Sees gab der Nebel noch einmal einen Blick auf den Schwander Grat und den Gipfel des Vrenelisgärtli frei – aus dieser Perspektive sah es aus, als würde es die 2000 Höhenmeter vom Gipfel einfach senkrecht hinunter gehen.

Den richtigen Stein, um Vreneli wieder zum Leben zu erwecken, hatten wir leider nicht gefunden, aber wir hatten trotzdem eine sehr schöne und abwechselungsfreie Hochtour, für die wir uns herzlich bei unserem Tourenführer Tim bedanken.

Autor: Stefanie Albrecht

Sagra dei Crotti

07. September 2018 - 09. September 2018, Chiavenna.

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Sagra dei Crotti, das legendäre Weinfest von Chiavenna in den geöffneten Felsenkellern des historischen
Ortskern, hatte wohl den gleichen Anteil am Interesse dieses Ausflugs wie die bekannt tollen Kletterrouten
in der Umgebung dieser schönen Kleinstadt im Norden der Lombardei.
UNDICI, das waren wir 11 Sektionsmitglieder, die am Freitag anreisten, teils schon vormittags um noch klettern zu können, teils erst am Nachmittag, um sich ganz entspannt auf den Abend vorzubereiten. Unser Basislager war der herrlich gelegene Campingplatz in Borgonuovo, in Sichtweite der bekannten Wasserfälle von Aquafraggia, wo wir mit unseren Bussen und Zelten eine eigene Parzelle belegt hatten.
Der Wettergott meinte es gut mit uns, es war trocken und warm, Samstag und Sonntag sogar sehr sonnig
und in den Südwänden schon fast heiß.
Zu Fuss, wer will schon fahren beim Weinfest, gings am Abend los vom Campingplatz, ca. 3km bis in die Stadt, auf einem abseits liegenden Weg. Holger wusste schon die erste Grotto, die man nicht auslassen darf, er hatte vom letzten Besuch dort noch eine unvergesslich gute Wurst im Hinterkopf. Diese und viele andere Spezialitäten, dazu der Hauswein der Gastgeber, konnten den ersten Hunger grad so leidlich stillen und nach einer Stunde ging es weiter. Die zweite Grotto bot dann eine spektakuläre Felswand, die der eine oder andere am Liebsten gleich geklettert hätte, dazu eine in einem Felsenkeller untergebrachte Küche.
Nach einem kurzen Bummel über den Rummel ging es dann auf den „Berg“ über zahlreiche (Biber-) Stäffele,
die uns wieder durstig und hungrig machten. Also nochmals eine Runde Wein und Essen und in guter Stimmung ging es nach Mitternacht auf den Nachhauseweg.
Samstag morgen starteten Verena und Sebastian schon sehr früh zu den Kletterfelsen von Gallivaggio am
Splügenpass, wo es für jedes Kletterkönnen tolle Routen auf sehr schönem Fels gibt. Wir Anderen frühstückten zuerst mal ausgiebig, dann starteten Michael und Hubert ebenfalls nach Gallivaggio, Tobias und Holger zum Perone oberhalb davon (sehr schwer), später noch im Klettergarten Scilano (auch schwer), Hans-Peter und Ronny hatten die Mountainbikes dabei und sich eine interessante Tour oberhalb des Lago di Mezzola ausgesucht, Marianne und Manfred suchten den Hausklettergarten neben dem Wasserfall, Boiler, auf, ebenfalls eine ganz spezielle Wand, sehr steil, sehr henklig, einfach toll zum steigen und Ivonne ging in die Stadt zu einem Bummel. So konnte jeder nach Lust und Laune tagsüber machen was man wollte.
Unsere letzte Berggrotto vom Vortag war heute der klare Favorit, da es dort das beste Essen gab, der Gewinn an eine Partnerschule in Südamerika ging, und somit Essen und Trinken für einen guten Zweck auch für ein gutes Gewissen sorgte. Eine andere Grotto fungierte als Kunstausstellung und man konnte die diversen Luftkanäle besichtigen, die für eine konstante Jahrestemperatur von 8 Grad in der Höhle sorgte und somit ein als natürlicher Kühlschrank schon seit Jahrhunderten fungierte, in dem man problemlos Käse, Wurst, Fleisch und sonstige Lebensmittel aufbewahren konnte und diese Möglichkeiten ebenfalls zum Wohlstand der Stadt in früheren Zeiten beitrugen.
Am Sonntag war wieder langes Frühstück angesagt und Holger ging nochmals mit Tobias in den Klettergarten von Aquafraggio während Marianne und Manfred die neue Route MammaMia von unserem
Gastgeber und Campingplatzbesitzer Guido Lisignoli kletterten.Die anderen Teilnehmer machten sich nach und nach auf den Nachhauseweg mit der Gewissheit, dass dieser Testlauf mit der Kombination Kultur und Freizeit nach Wiederholung im Folgejahr schreit.

Autor: Manfred Mayer

Gratklettern am Furkapass

10. Juli 2018 - 14. Juli 2018, Furkapass / Sidelenhütte.

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Bei gutem Wetter fuhren wir Mitte Juli das Rheintal aufwärts über den Oberalppass in die Urner Alpen. Wir waren zu sechst, geführt von Holger. Vom Furkapass stiegen wir  zur gemütlichen und freundlich bewirteten Sidelenhütte (2708m), die wir um die Mittagszeit erreichten. Schnee gab es immer noch reichlich, er reichte bis zur Hütte hinunter, so dass wir für die Anstiege in dieser Woche regelmäßig Pickel und Steigeisen bemühten. Da das Wetter hielt und genug vom Tag übrig war, säumten wir nicht lange, sondern nahmen umgehend den kurzen Zustieg zum beliebten Schildkrötengrat  (W-Grat, 4+, Stelle A0) am Chli Bielenhorn (2940m) unter die Sohlen. Der späte Einstieg hatte den Vorteil, dass wir den wegen seiner Kürze (200 Klettermeter), Hüttennähe und guter Absicherung sehr beliebten Anstieg für uns hatten. Über den scharf gezackten Urner Granit ging es in unterhaltsamer Kletterei  in zwei Dreierseilschaften zum nicht sonderlich prominenten Gipfel, von dem sich ein guter Ausblick auf die Ziele der kommenden Tage bot. Früh am nächsten Morgen stiegen wir über den harten Firn zum großen Bruder des Vortagesgipfels auf, dem Gross Bielenhorn (3204m). Vorbei an den beiden berühmten Kamelen (auch durch eine Werbeaktion der Firma Mammut populär geworden, die 2014 26 Bergführer auf dem kleinen Kamel ablichtete)  ging es zum Einstieg des klassischen Südostgrates (5c+, meist 4-5,  450m). In herrlicher Kletterei ging es in Zweierseilschaften nach oben. Die Absicherung war gut und konnte mit eigenem Material zweckmäßig  ergänzt werden. Am Ende des eigentlichen Grates seilten wir in eine Scharte ab. Von dort aus sollten es noch 150 leichte Klettermeter (maximal 3+) zum Ostgipfel sein. Allerdings war das blockige Gelände sehr unübersichtlich und die Wegführung überraschend unklar, was uns zu allerlei zeitfressenden Seilmanövern zwang, bis wir endlich am Gipfelkreuz standen. Auch der Abstieg mit so einigen Abseilstellen zog sich, so dass es ein langer, sehr ausgefüllter Tag wurde.  Das Wetter blieb uns gewogen, und so nahmen wir am Donnerstag die Hochtour auf den Galenstock (3586m) in Angriff.  Hubert ließ sich auch durch eine abgelöste Bergschuhsohle nicht abhalten, er behalf sich mit Kabelbindern.  Wir stiegen über den Sidelengletscher zum Einstieg des Südostsporns auf. In schöner griffiger Kletterei im besten Granit (2-3, Stelle 4) ging es hinauf zum Galengrat und von dort auf die verfirnte Gipfelkuppe. Trotz blauen Himmels waren wir auch dort allein. Fantastisch der Blick in die Berner und Walliser Alpen. Die Abseilpiste vom Galengrat war bemerkenswert gut ausgebaut – dort, wo kein natürlicher Standplatz vorhanden war, war einfach eine Metallplattform an die Wand gedübelt.  Sportlich war am Ende der Schwung über die Randspalte des Sidelengletschers  in Tarzantechnik. Am nächsten Tag ging es bei immer noch  bestem Wetter über die untere Bielenlücke hinüber zum Tiefengletscher,  auf das Strahlengrätli (3+, 250m). Auch dies eine schöne und ebenfalls gut gesicherte bzw. zu sichernde Kletterei, die wir mit niemandem teilen mussten.  Am Abreisetag nahmen wir noch einige Seillängen gutmütiger Plattenkletterei am Furkapass mit, hoch über dem Rhônegletscher, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Herrliche Tage, herrliche Touren, alle gesund heimgekommen – Danke, Holger!

Autor: Volker Mahlbacher

Eisklettern im Pitztal

04. Februar 2018 - 06. Februar 2018, Sankt Leonhard im Pitztal.

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Anspruchsvolles Klettern im Winter: vielleicht denkt man dabei erst einmal an festen Fels in südlich ausgerichteten, talnahen Wänden, die in der Sonne schnell ausapern. Es geht aber auch ganz anders, denn der Sonne gegenüber auf der dunklen Seite im Schatten locken noch ganz andere Strukturen, die beklettert werden wollen, wenn es am Kältesten ist: Wassereis!

Um das Eisklettern besser, oder in meinem Fall überhaupt erst einmal kennenlernen zu dürfen, machten sich am Sonntagabend Christof, Tobi und Markus unter der Anleitung des sehr erfahrenen Eiskletterers Holger auf ins Pitztal, das Auto vollgepackt mit Kletter- und Wintersachen.

Am Zielort angekommen zeigte das Thermometer die erhofften Minusgrade und wir holten uns bei einem saftigen Steak vom Pitztaler Urrind erst einmal Vorschusslorbeeren. Später gab Holger anhand der Folien eines Vortrags vom Sektionsabend einen Überblick über Wissenswertes zur Vorbereitung und Durchführung von Eisklettertouren: Welche Arten von Eis gibt es und wie verhält es sich? Welche Rolle spielt die Lawinenlage im Zustiegshang und v.a. oberhalb der Kletterroute? Wie wird mit Eisschrauben im Eis gesichert? Spielarten, wie Mixed-Klettern, Drytooling, die Schwierigkeitsgrade dabei etc.

Am nächsten Morgen ging es los in Richtung Taschachschlucht, wo wir jedoch erfahren mussten, dass der Zugang an diesem Tag nicht möglich ist, da von einer Brücke über die Schlucht, auf der die Skipiste verläuft wegen Präparierung Schnee in die Schlucht fällt. Daher ging es am Montag erst einmal zum Fallebachfall, an dem wir nach einem kurzen Zustieg durch den tief verschneiten Wald ankamen. Im unten weniger steil auslaufenden Teil des Wasserfalls machten wir erste Übungen zu den Grundlagen des Eiskletterns: Parallel- und Diagonaltechnik zur Fortbewegung, Setzen von Eisschrauben, das Bauen eines Abseilstands mit einer Abalakov-Eisuhr. Um Klettern zu üben, hängte uns Holger ein Toprope ein, denn beim Eisklettern gilt aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr durch Steigeisen und Eisgeräte: Stürzen verboten!

Beim Klettern selbst wird einem zwar nicht kalt, auch wenn einem als Anfänger gerne mal mehr und weniger große Eisbröckchen ins Gesicht fliegen, weil man die Eisgeräte nicht so gezielt setzen kann. Aber beim Sichern oder Zuschauen hilft es einem wenig, dass auf die gegenüberliegende Wand die Sonne scheint, man selbst aber im Schatten steht. Eine gewisse Resistenz (oder Gleichgültigkeit?) der Kälte gegenüber schadet also nicht. Nach einem gut gefüllten Tag kehrten wir zu unserer Unterkunft zurück und ließen uns ein gut bürgerliches und reichliches Abendessen schmecken.

Am zweiten Tag konnten wir dann doch in die Taschachschlucht. Diese bietet zunächst einen im Winter landschaftlich beeindruckenden Zustieg sowie eine recht vielseitige Auswahl an verschieden schwierigen Eisstrukturen. Hier konnten wir an diesem Tag die Übungen vom Vortag vertiefen, weiter Klettern üben und Übungen zum Vorsteigen im Eis machen – ebenfalls alles im Toprope gesichert. Wer zum Schluss wollte und noch Kraft hatte, konnte auch noch eine Drytooling-Route in einem Felsüberhang ausprobieren.

Besonders beeindruckend in diesen zwei Tagen fand ich die Übung zum Klettern ohne Eisgeräte, also nur mit sauberem Gehen mit Steigeisen an dem doch recht steilen Wasserfall am Montag; natürlich ebenfalls im Toprope gesichert. Hier zeigte sich, wie sehr es auf einen guten Stand und Gleichgewicht auf den Füßen ankommt. Als sowohl Kletter- als auch Eiskletteranfänger hatte ich offenbar viel zu oft das Gefühl immer nur am langen Arm an den Eisgeräten zu hängen. Beim Eisklettern kommt es also gleich doppelt auf die richtige Technik an: die Ausrüstung muss (einem) wirklich gut passen und auch die Bewegungstechnik inkl. der körperlichen Voraussetzungen.

Vielen Dank zum Schluss an Holger für die gute Planung und routinierte Durchführung der Veranstaltung!

Autor: Markus Bauer

Piz Palü Überschreitung & Piz Bernina

26. August 2017 - 29. August 2017, Engadin.

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Im Reich der Diavolezza

Am Samstag ging es um 6.00Uhr in Biberach los. Mit Auto und Bergbahn kamen wir schnell und bequem zu unserer Unterkunft auf der Diavolezza. Der Begriff Hütte wäre sicherlich untertrieben, Unterkunft und Bewirtung ließen keine Wünsche offen. Nachmittags wurden die Kenntnisse der Spaltenbergung aufgefrischt und im Rahmen einer kleinen Eingehtour der Weg auf den Gletscher ausgekundschaftet. Dieser musste am nächsten Morgen in Dunkelheit bewältigt werden.

Um 4 Uhr am nächsten Tag ging es los. Die ganze Mannschaft brach zum Gletscher auf. Und schon an diesem Morgen sollte uns bewusst werden, dass wir im Reich der Diavolezza (die Teufelin) unterwegs waren: alle Stirnlampen leuchteten hell, bis auf eine. Doch trotz kleiner Neckereien der Diavolezza, erwartete uns nach ein paar hundert Höhenmetern ein grandioser Gletscherbruch, mit beeindruckenden Spalten und Eisformationen. Bei aufgehender Sonne gönnten wir uns die erste Pause und fanden den Weg durch das Spaltenlabyrinth. Weiter ging es über einen zunächst steilen dann luftigen Firngrat. Diesem folgend überschritten wir den Ost- und Hauptgipfel des Piz Palü (3901m) und gelangten zum Piz Spinaz.

Hier kletterten wir über sonnengewärmte, meist große Granitblöcke, auf dem wiederum sehr luftigen und aussichtsreichen Grat, in die Fuorcola Bellavista hinab. Über die Terrassen der Bellavista und den spaltenreichen Morteratsch-Gletscher ging es Richtung Hütte. Doch auch auf diesem Wegabschnitt wollte die Diavolezza uns necken. Sie sandte und den Steigeisen-Teufel. Viele Male wollten die Steigeisen andere Wege nehmen wie ihr Besitzer. Dennoch erreichten wir zufrieden und voller guter Laune die Marco e Rosa Hütte auf der italienischen Seite.

Am Montag sollte es bei unsicherem Wetterbericht (Diavolezza lässt grüßen) auf den Piz Bernina gehen. Wir starteten um 6.00 Uhr über den steiler werdenden Gletscher zum Fuß des Spallatgrats. Der Steigeisenteufel begleitete und weiterhin. Allerdings war er wohl stärker als der Wetterteufel, sodass wir trockenen Fußes, mit einigen Steigeiseneinlagen, weiter konnten. Wir kletterten über den gut zu sichernden Felsgrat, mit kurzen eingelagerten Firngraten, auf den Gipfel des Piz Bernina (4049m). Dort genossen wir unser Vesper und die Aussicht auf das ganze Gebirgsmassiv.

Auf dem Rückweg ließen wir uns durch kurzen Schneefall nicht aufhalten und gelangten wohlbehalten, über mehrere Abseilstellen, zurück zur Marco e Rosa Hütte. Dort erwartete uns ein wiederkehrendes drei-gängiges Abendessen, aus dem man sich das Beste heraussuchen konnte. Erwähnenswert ist noch die, für italienische Hütten typische, gute Weinkarte.

Am nächsten Morgen stand der Rückweg zum Berghaus Diavolezza an. Draußen pfiff der Wind und heulte durch das Gebälk der Hütte. Umso erfreulicher war der Blick aus dem Fenster, die Wolken des Vortags waren vertrieben. Man sah blauen Himmel und strahlender Sonnenschein kündigte sich an. Zurück führte uns unser Weg über die Terrassen der Bellavista zum Fortezzagrat, der uns mit mehreren Abseilstellen, kraftsparend, zunächst auf den Fortezza- und dann auf den weitläufigen Persgletscher brachte. Es folgten noch eine Durchquerung des Gletschers und ein kurzer aber anstrengender Gegenanstieg, bevor wir auf der Terrasse der Diavolezza das grandiose und überwältigende Panorama bei kühlen Getränken genießen konnten.

Vielen Dank an Sandra für die Planung und umsichtige Führung dieser großartigen Tour!

Autor: Lydia Muys

Klettern um die Darmstädter Hütte

18. Juli 2017 - 23. Juli 2017, Verwall.

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In der zweiten Julihälfte ging es unter Holgers kundiger Leitung ins Verwall, zur Darmstädter Hütte (2384m), zum Klettern. Wir waren zu sechst. Wie so oft im Juli war die Wetterlage instabil, und als wir vormittags in St. Anton ankamen, warteten wir erst einmal den Niedergang eines heftigen Gewitters im Auto ab. Kurz nachdem  wir uns dann mit den schweren Rücksäcken voller Seile und Metallwaren auf den langen, langen Hüttenzustieg aufgemacht hatten, erlebten wir eine angenehme Überraschung: Der Vater des Hüttenwirts passierte uns mit dem Auto und bot uns an, unsere Rücksäcke zur Hütte mitzunehmen. Das war in der Tat eine große Erleichterung, die uns den langen Hatsch auf dem Fahrweg sehr viel angenehmer machte. Nach kurzer Hütteneinkehr nutzten wir den nahegelegenen Klettergarten „Schneekönig“, um uns in den gut gesicherten Einseillängenrouten bis zum unteren siebten Grad mit dem lokalen Gneis vertraut zu machen. Zum Abendessen konnten wir dann erstmals das kulinarische Glanzlicht der Hüttenküche genießen, die große Auswahl liebevoll selbst gemachter Knödel.

Am nächsten Morgen sah das Wetter zunächst einmal gar nicht so schlecht aus. Wir machten uns auf zur „Kirche“, einem gut 200 Meter hohem Felsriegel, der Küchelspitze vorgelagert und vom Küchelferner eingerahmt, der einige Mehrseillängenrouten bietet.  Wir stiegen in zwei  Dreierseilschaften in die „Ministrantenrennbahn“ (V) ein. Nach dem ersten Stand  zweigte die eine Seilschaft in das „Fegefeuer“ (V+) ab, einem langen und schönen Körperriss am sogenannten Beichtstuhl, während die andere die Rennbahn weiter unter die Hufe nahm. Oben trafen wir wieder zusammen, vom Beichtstuhl führte eine schwere, nasse und heikle Verbindungslänge (VI) zurück zum Ausstieg der Ministranten, die souverän von Holger geführt wurde. Beim Abseilen erwischte uns dann doch ein kräftiger Regenguss und wir trabten begossen zur Hütte zurück. Das Schlechtwetter des Nachmittags konterten wir durch Bouldersessions in der Hütte, deren Innenwand einige interessante Probleme bereithielt. Sogar Crashpads gab es. Und bald war wieder Knödelzeit.

Am Freitag machten wir uns auf, um über den versicherten Südgrat das Gipfelkreuz der knapp 3000m hohen Westlichen Faselfadspitze (2993m) zu erreichen. Eine schöne Tour, die großartige Blicke auf die beeindruckende  Nordostwand der gegenüber liegenden  Kuchenspitze gestattete. Im Abstieg machten wir Halt an den Weisskopfplatten, um dort einige Seillängen der vorzüglich gesicherten Kletterrouten im 5ten und 6ten Grad zu  klettern. Wieder vertrieb uns einsetzender Regen. In einem direkt bei der Hütte gelegenen Klettergarten („Schweinestall“) gelangen uns später noch einige Längen in den Regenfenstern, bevor die Knödel riefen.

Für den letzten Tag war immer noch kein ausreichend stabiles Wetter in Aussicht, dass uns unser geplantes Highlight, die 10 Seillängen der “AKW (V-) an der östlichen Faselfadspitze ermöglichen sollte. So suchten wir den Klettergarten weiter östlich an der gleichen Wand mit seinen doch auch immerhin fünf Seillängen langen Routen auf. Jeweils zwei schöne Touren  gelangen unseren beiden Dreierseilschaften, der „Gschenkta Satz“ (V) und die „Totale Absolution“ (VI+), und so kamen wir dann doch auch auf die zehn Seillängen. Das Wetter hielt an diesem Tag erstmals durch, und erst am Abend waren wir gerade noch rechtzeitig bei den Knödeln.

Fazit: auch bei schwierigen Wetterbedingungen gelangen uns schöne Touren und ausgefüllte Klettertage in einer großartigen Landschaft. Wir haben uns auf die Bedingungen eingestellt, waren flexibel, und  jeden Tag ging irgendetwas. Riesendank an Holger, der das möglich machte!

Autor: Volker Mahlbacher

Bergrettung Koblach

25. Juni 2017, Koblach.

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Das tiefdunkle Blau im Regenradar für die Vorarlberger Rheinebene verhieß nichts Gutes, als wir in Biberach losfuhren, doch der Wetterbericht versprach Besserung in gut einer Stunde also genau die Zeit, die wir bis nach Koblach brauchen würden. Nun ja, in der Tat wurde der Regen weniger als wir am Klettergarten ankamen, mehr aber auch nicht und der Fels war natürlich auch noch klatsch nass. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen und es bedarf wenig Überzeugungsarbeit und schon wurde der Tagesplan von einem Abschlussbiergarten zu einem Anfangskaffee umgestellt. Die Entscheidung war Goldwert, denn nur kurze Zeit später schüttete es aus Eimern, während wir ein Heißgetränk im Trockenen schlürften. Die Zeit ließ sich aber auch gut nutzen, um mit ersten Theorieeinlagen zum Thema Notruf, Unfallsicherung und Co zu beginnen. Und weil´s bei der zweiten Runde Kaffee immer noch nass war, begannen wir eben mit Trockenübungen - logisch oder? :-) Wahrscheinlich hielten uns die anderen Gäste für total bescheuert, aber wir fingen an, Seile auszupacken und ein vermeintlich Beinverletzter wurde in diversen Seilschlingen eingewickelt und von einer oder zwei Personen über die Terrasse geschleppt. Petrus hatte dann doch noch ein Einsehen und wir verlagerten unsere Wirkungsstätte endlich an den Fels, der super schnell abtrocknete. Unter gutmütigen Realbedingen - der Standplatz verfügte über genügend Platz, um bequem herum zu stehen - wurde von nun an ständig jemand am Seilhängend nach unten und wieder nach oben befördert. Nach vielen "Aufs" und "Abs" konnten wir dann ein Seil verlängern, wenn es uns beim Abseilen ausgehen sollte, jemanden Huckepack nach unten transportieren und per Expressflaschenzug oder loser Rolle wieder nach oben zerren. Natürlich durfte eine Runde Selbstrettung mit Prusikschlingen nicht fehlen und die Gardaklemme wurde auch noch schnell angerissen. Das ganze Programm schafften wir dann aufgrund der langen Regenpause leider doch nicht mehr, aber die wichtigsten Griffe und vor allem der Schleifknoten sollte nun bei allen sitzen.

Die Erkenntnisse des Tages aber waren, dass es der Sackstich, mit dem zwei Seile verbunden werden, doch tatsächlich relativ problemlos schafft, sich durch einen Halbmastwurf im Karabiner zu wurschteln und dass die Reibung bei einem Doppelseil den Expressflaschenzug zu einer extrem schweißtreibenden Angelegenheit macht. Die Mädels mit dem Einfachseil hatten hingegen keine Schwierigkeiten, selbst die Jungs nach oben zu befördern. Und last but not least, dass auch Schlechtwetter einen Vorteil hat: Am Tag vorher wären wir in der Felswand gegrillt worden, so war die Übungszeit zwar kürzer, dafür aber bei sehr angenehmen Temperaturen :-).

Besten Dank an Sandra, die uns all die Knoten, Griffe und Kniffe geduldig zeigte und solange üben ließ, bis es bei allen auch mit der eigenen Ausrüstung saß. In der Hoffnung, dass man das Gelernte nie wirklich anwenden muss, ist ein Wiederholungskurs zum Auffrischen in ein paar Jahren schon fest eingeplant.

"Schnupper"-Eisklettern oder so ähnlich

13. Februar 2017 - 14. Februar 2017, Pitztal.

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Was war denn da dieses Jahr nur los? War das Schupper-Eisklettern ansonsten recht gut besucht, so gab's dieses Jahr nur eine Anmeldung. Egal, das Eis im Pitztal stand zu gut um die Tour zu canceln und da ich Tobi ja nun mittlerweile doch recht gut einschätzen kann und weiß, das ich ihm im Nachstieg einiges zumuten kann, bekam er kurzerhand ein Upgrade: Mehrseillängentouren bis WI4+. Ausgeschnuppert! Da ich sowieso schon im Kaunertal war hab ich mich am 12.02 mit Tobi in Imst getroffen. Begonnen haben wir dann gleich mit gemütlichen Teil: Mit die besten Steaks der Welt gibt's im Restaurant am Fischteich in Jerzens (siehe Fotobeweis). Unbedingt probieren! Am nächsten Tag haben wir uns den Stallkogelfall im vorderen Pitztal vorgenommen. 3 schöne lange Seillängen die sich konstant bis zur finalen WI4+ steigern. Eine eindrückliche und nicht unanstrengende Unternehmung und Tobi's erster amtlicher Wasserfall. Glückwunsch! Weil er das so gut gemacht hatte haben wir uns am Nachmittag gleich noch einen zweiten Wasserfall gegenüber vom bekannten Luibisbodenfall geschnappt. Hier hat Tobi, der ja schon Einiges an Erfahrung im Eis hat, seinen ersten Vorstieg im gut gestuften WI 2 - 3  Gelände absolviert. Den Wasserfall kannte ich nicht und allgemein standen diesen Winter im Pitztal einige völlig unbekannte Eisgebilde. So war das Ziel für den nächsten Tag auch schnell gesichtet. Oberhalb von Neuruhr gab es einen weiteren unbekannten Eisfall. 3 Seillängen gekrönt von einem steile Eissvorhang. Und die hatten es in sich! WI4+, WI2 und zum Abschluss  eine WI5 Länge. Längere senkrechte Passagen und wunderschönes Blumenkohleis brachten Waden und Oberarme zum Glühen. Die für den Nachmittag geplante Mixed-Klettereinlage in der Kitzgartenschlucht haben wir uns auf Grund akuter, vollständiger Zerstörung gespart. Ein Spitzenausflug den man natürlich aber auch nur zu zweit machen kann. Danke Tobi & Respekt für die Super Leistung

Autor: Holger Geier